Snap-Studie: 70 Prozent finden KI-Werbung mit Nutzerdaten aufdringlich

Snapchat, Ipsos und WPP haben 4.261 KI-Nutzer befragt. Personalisierte KI-Anzeigen kommen schlecht an, ein Chatbot ohne Weg zum Menschen ebenso.

Symbolbild: Smartphone mit dunklem Bildschirm neben einem geschlossenen Briefumschlag auf einem Holztisch
Persönliche Daten bleiben für viele Befragte besser verschlossenKI-generiertes Bild

Google und OpenAI koppeln ihre Anzeigen gerade enger an persönliche Signale und automatische Umformulierungen. Eine neue Umfrage von Snapchat rät da zur Vorsicht. 70 Prozent der Befragten empfinden es als aufdringlich, wenn persönliche Daten für stark personalisierte KI-Werbung genutzt werden. Die Studie hat Snapchat am 22. Oktober 2026 zusammen mit Ipsos und WPP veröffentlicht.

Befragt wurden laut Snapchat for Business 4.261 Menschen zwischen 18 und 44 Jahren, die KI mindestens monatlich nutzen, in den USA, Großbritannien, Frankreich, Saudi-Arabien und Indien. Deutschland war nicht dabei. Dazu kamen 300 Fachleute, je zur Hälfte Creator und Marketer. 48 Prozent der Verbraucher nutzen KI täglich, 56 Prozent halten vollständig von KI erzeugte Inhalte für „seelenlos“. Und 68 Prozent nennen es ein K.-o.-Kriterium, wenn ein Chatbot sie nicht sofort mit einem Menschen verbindet.

Was Marketer selbst sagen#

Auch die Werbeseite ist zurückhaltend. 63 Prozent der befragten Marketer fürchten, dass unbearbeitete KI-Inhalte die Authentizität ihrer Marke verwässern. Die meisten nutzen KI eher als Sparringspartner für die Strategie (51 Prozent) denn als Fließband für fertige Motive.

Man sollte die Zahlen mit dem Absender lesen: Snapchat verkauft selbst KI-Werbeformate und schließt den Bericht mit dem Hinweis auf den eigenen Kundenberater. Belastbar ist die Studie vor allem als Stimmungsbild aus fünf Märkten. Für Teams, die gerade entscheiden, ob sie ChatGPT ihre Anzeigen umschreiben lassen oder Googles neue Datenbasis für Anzeigen nutzen, liefert sie trotzdem eine brauchbare Schwelle: Solange sieben von zehn Befragten Personalisierung mit privaten Daten als Übergriff empfinden, ist ein sichtbares Opt-in die bessere Wette als die Voreinstellung des Werkzeugs.

Quellen (1)

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