Google koppelt Anzeigen an Gmail-Daten, in der EU vorerst nicht

„Wir zeigen Ihnen keine personalisierte Werbung auf Grundlage von Ihren Inhalten aus Google Drive, Gmail oder Google Fotos“: Dieser Satz steht weiter in Googles Datenschutzerklärung, seit dem 16. Oktober 2026 aber mit einem Nachsatz. Die Zusage gilt nur noch, solange Nutzer diese Daten keinem anderen Google-Dienst zur Verfügung stellen, der personalisierte Werbung unterstützt.
Gemeint sind vor allem die Suche und die Gemini-Apps. Wer ihnen den Zugriff auf Postfach, Ablage oder Fotos erlaubt, etwa über die Funktion Personal Intelligence, gibt diese Daten laut Erklärung auch für personalisierte Inhalte frei, „einschließlich Werbung“. Als Beispiel nennt Google eine Hotelbuchung aus einer E-Mail, aus der die Suche Ausflugstipps ableitet. Werbekunden sehen davon nichts: Die Erklärung beschreibt, wie Google selbst Anzeigen auswählt, nicht neue Zielgruppen in Google Ads.
Hierzulande bleibt es vorerst Theorie#
Personal Intelligence rollt laut Google als Beta weltweit aus, ausgenommen sind der Europäische Wirtschaftsraum, die Schweiz, das Vereinigte Königreich und Nigeria. Wer Kampagnen nur für Deutschland, Österreich und die Schweiz bucht, dürfte von der neuen Grundlage deshalb derzeit nichts merken. Anders sieht es für Teams aus, die in den USA oder Asien werben: Dort können Signale aus privaten Postfächern mitbestimmen, wer eine Anzeige sieht, ohne dass ein Bericht das ausweist.
In Brüssel wird gerade ohnehin neu verhandelt, wofür es eine Einwilligung braucht; der Rat will etwa Reichweitenmessung ohne Cookie-Einwilligung erlauben. Mehr zu den Gemini-Funktionen sammelt unsere Themenseite Gemini.
Noch in der Fassung vom 1. Oktober stand der Satz ohne Einschränkung, so wie seit Juli 2021, wie ein Zeilenvergleich von PPC Land zeigt. Kommt Personal Intelligence nach Europa, greift die Ausnahme ab dem ersten Tag, ohne dass Google die Erklärung noch einmal ändern muss.
Quellen (4)
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