Digital 2027: Suchmaschinen schlagen KI bei der Markenrecherche

Der Report von Meltwater und We Are Social zählt 3,24 Milliarden KI-Nutzer. Wer Marken vor dem Kauf prüft, fragt trotzdem meist die Suchmaschine.

Titelseite des Reports Digital 2027 mit heller Weltkarte auf dunklem Grund
Der Report Digital 2027 umfasst mehr als 900 SeitenBild: Meltwater / We Are Social

Wer im nächsten Quartal Geld aus Suchanzeigen in KI-Experimente schieben will, bekommt aus dem Report Digital 2027 ein Gegenargument. 45,3 Prozent der Internetnutzer recherchieren Marken vor dem Kauf über Suchmaschinen, nur 26,0 Prozent nennen dafür KI-Angebote. Meltwater und die Agentur We Are Social haben den Bericht am 21. Oktober 2026 veröffentlicht.

Der Report umfasst mehr als 900 Seiten, geschrieben hat ihn der Analyst Simon Kemp. Er stützt sich unter anderem auf Umfragen von GWI und Messdaten von Similarweb. KI wächst schnell. 3,24 Milliarden Menschen nutzen generative KI jeden Monat, das sind 38,9 Prozent der Weltbevölkerung. Bei der Recherche vor dem Kauf liegen andere Kanäle aber vorn:

Wo Internetnutzer Marken vor dem Kauf recherchieren Anteil
Suchmaschinen 45,3 %
Soziale Netzwerke 41,8 %
Websites der Marken 32,9 %
KI-Angebote 26,0 %

Die Werte stammen aus der GWI-Befragung im zweiten Quartal 2026, Mehrfachnennungen waren möglich. Die Suche verliert trotzdem. Im zweiten Quartal 2024 lag sie noch bei 51,0 Prozent. Als Weg, auf dem Menschen eine Marke zum ersten Mal entdecken, steht KI mit 17,0 Prozent erst auf Platz 15. Für Europa und Nordamerika nennt der Bericht bei der KI-Recherche meist Werte unter 20 Prozent, eine eigene Zahl für Deutschland weist die deutsche Zusammenfassung nicht aus.

Warum die eigene Website trotzdem Besucher verliert#

Über die 10.000 meistbesuchten Domains gerechnet sank der Web-Traffic in zwei Jahren um 6,8 Prozent, Seiten mit Google AdSense verloren sogar 14,8 Prozent. Den Haupttreiber sieht Kemp nicht in Chatbots, sondern in Apps, die das Surfen auf dem Smartphone ersetzen: Mobile Besuche fielen um 11 Prozent, Desktop-Besuche um weniger als 1 Prozent. Suchanzeigen will er nicht aus „purer Innovationslust“ gekürzt sehen, Budgets für SEO und Sichtbarkeit in KI-Antworten dagegen nach dem tatsächlichen Verhalten der Nutzer verteilen.

Einen Teil davon kann jedes Team für die eigene Website nachvollziehen: Google zählt Links aus AI Overviews und AI Mode im Web-Leistungsbericht der Search Console mit, Bing zeigt, wo KI-Antworten andere Seiten zitieren. Für die Budgetfrage gibt der Report eine handliche Marke vor: 22 Prozent der Onliner entdecken neue Marken über Werbung auf Websites. Erst wenn KI als Entdeckungsweg in diese Nähe rückt, spricht mehr für eine Umschichtung als für ein Experiment am Rand.

Quellen (2)

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