Anthropic verbietet verdeckte Quellen-Netzwerke für KI-Antworten

Wer mit Claude Inhalte für die KI-Suche baut, bekommt ab 12. November eine klare Grenze: Anthropic untersagt in der neuen Fassung seiner Nutzungsrichtlinie, die Quellen von Suchmaschinen und KI-Antworten mit Inhalten zu füttern, die verschleiern, wer dahintersteht. Veröffentlicht hat Anthropic die Fassung am 8. Oktober. Im Blogbeitrag dazu fehlt der Punkt; Search Engine Journal hat ihn im Richtlinientext gefunden, wir haben ihn dort nachgelesen.
Was genau ist ab November verboten?#
Anthropic fasst Täuschung jetzt in einem eigenen Abschnitt zusammen, der für politische und kommerzielle Kampagnen gleichermaßen gilt. Darin steht als Beispiel ein Netz von Websites, die sich als voneinander unabhängig ausgeben und dieselben Behauptungen stützen. Verboten sind außerdem erfundene Personas, Scheinmedien, gefälschte Bewertungen und Astroturfing, dazu Werkzeuge für solche Kampagnen und deren Verkauf als Dienstleistung. Bisher waren diese Regeln laut Anthropic über mehrere Abschnitte verteilt.
Wen trifft das?#
Die Richtlinie gilt für alle, die Claude nutzen: in der App, über die API, über Cloud-Anbieter und in Produkten, die Claude eingebaut haben. Bei Verstößen kann Anthropic verwarnen, drosseln oder den Zugang sperren. Ein SEO-Werkzeug auf Claude-Basis fällt also ebenso darunter wie das eigene Content-Team.
Was fällt weg?#
Unser Vergleich der beiden Fassungen zeigt eine Lockerung: In der Version vom 15. September 2025 stand das automatische Erzeugen und Veröffentlichen von Inhalten noch auf der Hochrisiko-Liste. Die neue Liste nennt elf Bereiche, von Recht und Medizin über Kredit bis Personal, Medien gehören nicht mehr dazu. Anthropics eigene Pflichten zu Prüfung durch Fachleute und KI-Hinweis greifen für automatisierte Artikel damit nicht mehr, die Hinweispflicht für Chatbots bleibt. Gesetzliche Vorgaben gehen laut Richtlinie ohnehin vor.
Neu ist die Richtung nicht. Google zählt schon den Versuch, Antworten generativer KI in der Suche zu manipulieren, zu Spam. Anthropic setzt nun beim Werkzeug an statt beim Suchergebnis: Gesperrt wird das Konto, nicht die Website. Wer Content-Produktion an Agenturen vergibt, sollte bis 12. November nachfragen, ob dort mit Claude Seitennetze oder Bewertungen entstehen, und die eigenen Gastbeitrags- und Bewertungsprogramme darauf durchsehen.
Quellen (5)
- 1
- 2
- 3
- 4
- 5
ANTHROPI<MARKETIN<<<<<<<<<<<<<Q5<QUELLEN<<<<<<<<<<<<<<<<<<<<



