Mistral Large 4: Gewichte frei, API-Preis fast halbiert

Wer Mistral Large 4 über die API in einen Ablauf eingebaut hat, zahlt ab sofort ungefähr die Hälfte: 0,70 US-Dollar je Million Eingabe-Tokens und 2,10 US-Dollar je Million Ausgabe-Tokens. Zur Vorschau Anfang Oktober waren es noch 1,36 und 4,18 US-Dollar. Gleichzeitig hat Mistral die Gewichte des Modells wie angekündigt freigegeben.
| je 1 Mio. Tokens | Vorschau | jetzt |
|---|---|---|
| Eingabe | 1,36 US-Dollar | 0,70 US-Dollar |
| Eingabe aus dem Cache | – | 0,07 US-Dollar |
| Ausgabe | 4,18 US-Dollar | 2,10 US-Dollar |
Das Modell mit 1 Billion Parametern lässt sich damit auf mehreren Wegen nutzen: in Mistral Studio, über die Mistral-API, über OpenRouter oder als Download von Hugging Face für den Betrieb auf eigenen Servern. Als erster Cloud-Anbieter stellt Microsoft es in Microsoft Foundry bereit. Neu sind drei Denkstufen, Low, Medium und High. Ab Werk steht High eingestellt; für einfache Aufgaben empfiehlt Mistral Low, für den Alltag Medium.
Die Lizenz trennt Nutzer und Wiederverkäufer#
Mistral veröffentlicht das Modell unter einer eigenen Lizenz, einer abgewandelten MIT-Lizenz. Nutzen, verändern, nachtrainieren und kommerziell einsetzen ist frei. Eine Bedingung gibt es: Wer das Modell als Dienst für andere anbietet (Model-as-a-Service), braucht vorher eine eigene kommerzielle Lizenz von Mistral. Für ein Marketingteam, das Kampagnentexte oder Gesprächsnotizen intern verarbeitet, spielt das keine Rolle. Eine Agentur, die Kunden einen Zugang zum Modell verkauft, sollte die Lizenz dagegen vorher lesen.
Mistral wirbt vor allem mit Programmieren und IT-Sicherheit und stützt sich dabei auf ausgewählte Vergleichstests, etwa von Artificial Analysis und Cognition. Für Texte im Marketing oder Vertrieb gibt es keine eigenen Angaben. Interessant bleibt der Betrieb, ähnlich wie bei anderen europäischen Angeboten mit Blick auf Datenhoheit: Mistral hat das Modell nach eigenen Angaben komplett in Europa trainiert, und mit den Gewichten können Unternehmen es nun auch selbst betreiben, ohne Daten an einen API-Anbieter zu schicken.
Wer in n8n oder Zapier schon einen Schritt mit einem großen Sprachmodell hat, kann den Preisvorteil schnell nachrechnen: dieselben Standardaufgaben einmal mit dem bisherigen Modell und einmal mit Mistral Large 4 auf Medium laufen lassen und Ergebnis und Kosten nebeneinanderlegen.
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