Salesforce kauft Braze: Verträge laufen weiter, Pläne sind offen

Salesforce übernimmt die Engagement-Plattform Braze für rund 5,66 Milliarden Dollar. Was Braze seinen Kunden zusagt und was frühestens 2027 passiert.

Symbolbild: Smartphone mit dunklem Bildschirm neben einem zugeklappten Laptop und einer Mappe auf einem Holztisch
Kundenansprache per App und Mail: Braze bekommt mit Salesforce einen neuen EigentümerKI-generiertes Bild

Wer In-App-Botschaften, SMS und E-Mails mit Braze steuert, bekommt einen neuen Eigentümer, aber vorerst keinen neuen Vertrag. Salesforce hat am 20. Oktober 2026 angekündigt, Braze für rund 5,66 Milliarden Dollar zu kaufen. Abschließen wollen beide den Kauf im Geschäftsjahr 2028, das am 1. Februar 2027 beginnt.

Braze-Aktionäre sollen 47,50 Dollar je Aktie in bar bekommen; zustimmen müssen noch sie selbst und die Aufsichtsbehörden. Die Plattform reagiert in Echtzeit auf das Verhalten von Kundinnen und Kunden in App, Website oder Shop und spielt Nachrichten in der App, auf der Website, per E-Mail, SMS oder WhatsApp aus. Die Funktion BrazeAI wählt dabei Inhalt, Angebot, Kanal und Zeitpunkt. Laut Salesforce arbeiten rund 2.770 Kunden mit Braze, darunter Canva und Instacart.

Nach dem Abschluss soll Braze die kanalübergreifende Personalisierung der Marketing Cloud stärken und in die übrigen Bausteine Data 360, Agentforce und SIForce eingehen. Salesforce kauft sich damit eine fertige Echtzeit-Maschine für Konsumentenmarken zu, die mit großen Nachrichtenmengen arbeiten. Salesforce-Daten tauchen ohnehin längst auch außerhalb der eigenen Oberfläche auf, etwa in den Dashboards von Claude.

Was Braze seinen Kunden zusagt#

In einer Mail an alle Kunden, die Braze bei der US-Börsenaufsicht hinterlegt hat, verspricht Gründer Bill Magnuson: Bestehende Verträge laufen unverändert weiter, das Account-Team bleibt dasselbe. Braze werde „weiter als Braze bauen“, er bleibe Chef. Ausdrücklich sagt das Unternehmen auch, dass es offen bleibt für die Daten, Werkzeuge und Partner, die Kunden heute nutzen. Die eigentliche Integration beginnt erst nach dem Abschluss, und Entscheidungen dazu seien noch keine gefallen. Preise und Angaben für Deutschland nennen beide Unternehmen nicht. Weitere Meldungen rund um Vertriebs- und Kundendaten sammelt die Themenseite CRM.

Offen bleibt vor allem, ob Braze-Kunden ohne Salesforce-CRM ihre Schnittstellen auf Dauer behalten. Klären dürfte sich das erst mit der Integration, und die beginnt laut Braze nicht vor dem Abschluss, also frühestens im Februar 2027.

Quellen (3)

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