Telekom lässt Weihnachtsfilm mit generativer KI gestalten

In den Credits der neuen Telekom-Weihnachtskampagne steht neben Agentur, Regie und Produktionsfirma eine vierte Rolle: KI-Studio. Die Bildwelt des Films und die Kampagnenmotive sind laut Medieninformation der Deutschen Telekom mithilfe generativer KI entstanden: unter der Regie von Léo Cannone, umgesetzt vom KI-Studio New Forest. Gestartet ist „Take Time to Connect“ am 2. November in der Slowakei, ausgespielt wird sie in zehn europäischen Märkten, darunter Deutschland und Österreich.
Der Film erzählt von einem Großvater, der an Weihnachten an seine verstorbene Frau denkt, und seiner Enkelin Lily, die ihn in eine traumartige Landschaft zieht, in der die Zeit stillzustehen scheint. Dazu läuft Cyndi Laupers „Time After Time“.
Wer hat was gemacht?#
Die Kreation kommt von INGO Stockholm, produziert hat FEEL Films. Genau diese Aufteilung ist für Marketingteams der interessante Teil: Die KI ersetzt weder Agentur noch Regie, sie ist ein zusätzliches Gewerk mit eigenem Dienstleister. Wer für die nächste Kampagne einen KI-Partner sucht, findet Anbieter im Verzeichnis der KI-Partner; dort lohnt die Frage, wer am Ende für Rechte und Freigaben der Bilder geradesteht, Agentur oder Studio.
Ausgespielt wird über TV, Außenwerbung, Print, Kino, digitale Kanäle und soziale Medien, in Fassungen von 6 bis 140 Sekunden und in den Formaten 16:9, 9:16 und 4:5. Gerade bei so vielen Schnittfassungen spielt generiertes Bildmaterial seinen Vorteil aus, weil Motive nicht für jedes Format neu gedreht werden müssen; ob die Telekom das so genutzt hat, sagt die Medieninformation allerdings nicht.
Bemerkenswert ist, wie offen der Konzern damit umgeht: Die KI steht in der Medieninformation unter „Produktion“ und in den Credits, nicht im Kleingedruckten. Welche Werkzeuge das Studio eingesetzt hat, bleibt offen, und von außen lässt sich das kaum klären: Googles SynthID-Detektor erkennt nur Material aus Werkzeugen von Google und seinen Partnern. Wer selbst KI-Motive in Kampagnen einsetzt, kann die Telekom deshalb als Vorlage nehmen und Studio und KI-Anteil gleich in Credits und Pressetext nennen, statt auf die erste Nachfrage zu warten.
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