Was ist ein MCP-Server? Rollen von Host, Client und Server

Was ein MCP-Server ist, welche Rollen Host, Client und Server haben und wie sich MCP von API, Zapier, Skill und Plugin unterscheidet. Mit Beispiel aus HubSpot.

Kurz gesagt

Ein MCP-Server ist ein Programm, das einer KI-Anwendung über das offene Model Context Protocol Daten, Vorlagen und aufrufbare Werkzeuge eines Dienstes bereitstellt. Die KI-Anwendung ist der Host und baut für jeden Server einen eigenen Client auf. Ob der Server auf deinem Rechner oder beim Hersteller läuft, ändert seine Rolle nicht, was zählt, ist der Dienst dahinter. Eine API bleibt die Schnittstelle des Dienstes, ein Skill nur eine Anleitung für Claude.

Inhalt
  1. Host, Client, Server: drei Rollen an einem HubSpot-Beispiel
  2. Was ein Server anbietet
  3. Lokal oder beim Hersteller: Der Ort ändert die Rolle nicht
  4. MCP, API, Zapier, Skill, Plugin: Wer macht was?
  5. Irrtümer, die im Team Zeit kosten
  6. Wo du weitermachst

Wer in Claude nach den offenen Deals in HubSpot fragt, setzt eine Kette aus Host, Client und Server in Gang: Claude ist der Host, ein Client hält die Verbindung, und der MCP-Server von HubSpot liefert die Daten. Das Wort Server führt leicht in die Irre. Es meint kein Gerät im Rechenzentrum, sondern ein Programm, das einen Dienst für KI-Anwendungen aufschließt. Ob du dafür einen MCP-Server brauchst oder besser einen Skill, eine Automatisierung oder ein Plugin, hängt von der Aufgabe ab.

Host, Client, Server: drei Rollen an einem HubSpot-Beispiel#

Du schreibst in Claude: „Fasse die aktiven Deals nach Name, Betrag und Phase zusammen, sortiert nach Abschlussdatum.“ So ähnlich beschreibt HubSpot selbst eine Aufgabe für Vertriebsteams. Damit Claude antworten kann, greifen drei Bausteine ineinander, die das Protokoll Host, Client und Server nennt.

Rolle Im Beispiel Aufgabe
Host Claude im Browser, auf dem Desktop oder in Claude Code Die KI-Anwendung, die Verbindungen koordiniert und mit dem Modell arbeitet
Client Die HubSpot-Verbindung innerhalb von Claude Hält eine eigene Verbindung zu genau einem Server und holt Kontext für den Host
Server Der HubSpot-Server unter mcp.hubspot.com Stellt Daten und Werkzeuge bereit, hier den Zugriff auf CRM-Daten

Verbindest du später zusätzlich Google Drive, erzeugt der Host einen zweiten Client. Jeder Server bekommt seinen eigenen. Für dich entscheidend ist nur eine der drei Rollen, nämlich der Server. Host und Client wechselst du, wenn du das KI-Programm wechselst; der Server bestimmt, mit welchem Dienst die KI überhaupt sprechen kann.

HubSpot beschreibt seinen Server als Brücke zwischen KI-Systemen und den HubSpot-Schnittstellen, die ohne Kenntnis der API-Struktur auskommt. Genau das ist die Aufgabe eines MCP-Servers: Er übersetzt einen Dienst in ein Format, das jede MCP-fähige Anwendung versteht.

Was ein Server anbietet#

Ein Server kann drei Dinge bereitstellen: Werkzeuge als ausführbare Funktionen, Ressourcen als Datenquellen und Prompts als Vorlagen. Für Marketing und Vertrieb zählen die Werkzeuge am meisten, weil sie etwas bewirken. „Deal lesen“ und „Deal auf Closed Won setzen“ sind beides Werkzeuge, aber mit sehr verschiedenen Folgen.

Die Spezifikation sieht Werkzeuge als vom Modell steuerbar vor: Die KI entdeckt sie und ruft sie anhand deiner Anfrage selbst auf. Sie empfiehlt zugleich, dass ein Mensch Aufrufe ablehnen kann. Was das für Rechte und Freigaben bedeutet, behandelt der Ratgeber zu Rechten, Verbindungen und Freigaben im Detail; hier genügt die Folge für die Praxis: Frag bei jedem Server zuerst, ob er nur liest oder auch schreibt.

Lokal oder beim Hersteller: Der Ort ändert die Rolle nicht#

Ein MCP-Server kann auf deinem Rechner laufen oder beim Anbieter. Lokale Server nutzen Stdio, den Datenstrom zwischen Programmen auf demselben Gerät, und bedienen meist einen einzigen Client. Entfernte Server nutzen Streamable HTTP, laufen auf fremder Infrastruktur und bedienen meist viele Clients. In beiden Fällen ist es ein MCP-Server.

Im Alltag spielt der Ort trotzdem eine Rolle. Ein lokaler Server läuft mit den Rechten deines Rechners, und du bist für Installation und Updates zuständig. Ein Remote-Server läuft beim Anbieter, und bei Claude verbindet sich dann Anthropics Cloud mit dem Server, nicht dein Gerät. Ein Server hinter einer VPN-Firewall im Firmennetz ist für Claude deshalb unerreichbar, solange die IP-Adressen von Anthropic nicht freigegeben sind.

Daraus folgt eine klare Empfehlung: Gibt es für deinen Dienst einen Server des Herstellers, nimm ihn. Im Verzeichnis der Agentenwoche stehen im Oktober 2026 865 MCP-Server, 160 davon vom Hersteller des Dienstes. Die übrigen kommen von Dritten, laufen oft lokal und bringen keine Zusage des Dienstes mit. Ein Community-Paket ist nur für Sonderfälle sinnvoll, etwa wenn der Hersteller gar keinen Server anbietet. Wie das Verzeichnis einen Server als Hersteller-Server einstuft, steht unter So prüfen wir MCP-Server.

MCP, API, Zapier, Skill, Plugin: Wer macht was?#

Diese Begriffe fallen im Team ständig durcheinander. Sie liegen auf verschiedenen Ebenen und lösen verschiedene Aufgaben.

Baustein Was es ist Nimm es, wenn … Grenze
API Die Schnittstelle, über die Programme mit einem Dienst sprechen ein Entwickler oder Werkzeug feste Abläufe baut Jemand muss jeden Aufruf einzeln einrichten
MCP-Server Einheitlicher Zugang zu einem Dienst für KI-Anwendungen die KI im Gespräch Daten lesen oder Aktionen auslösen soll Reicht nur so weit wie das Konto, mit dem du dich anmeldest
Zapier MCP Zapiers MCP-Zugang zu mehr als 9.000 Apps mehrere Apps in einer Anfrage zusammenspielen oder ein Dienst keinen eigenen Server hat Ein Anbieter mehr zwischen dir und deinen Daten
Skill Ordner mit Anleitung, den Claude bei passender Aufgabe lädt Arbeitsweise, Format und Prüfregeln festhalten Stellt keine Verbindung her
Plugin Paket aus Skills, Agents, Hooks und MCP-Servern ein ganzes Setup im Team verteilen Gibt es in Claude Code und Cowork, nicht als Ersatz für die Verbindung

Die API steht hinter dem Server. Die Spezifikation nennt als Beispiel für ein Werkzeug ausdrücklich den Aufruf einer API. Ein MCP-Server ersetzt sie also nicht, er verpackt sie so, dass die KI sie versteht. Anthropic nannte das Problem bei der Vorstellung fragmentierte Integrationen: Jede Datenquelle brauchte eine eigene Anbindung, und MCP bietet dafür einen gemeinsamen Standard.

Zapier ist kein Gegenentwurf, sondern ein weiterer Server. Zapier MCP verbindet MCP-Clients mit den Apps in deinem Zapier-Konto, und Zapier übernimmt die Anmeldung bei diesen Apps. Das lohnt sich, wenn du ohnehin Zaps betreibst oder in einer Anfrage mehrere Apps verknüpfen willst. Für einen einzelnen Dienst mit Hersteller-Server ist Zapier dagegen der Umweg: Du bräuchtest ein Zapier-Konto, und die Rechte hängen am Konto, das du dort verbunden hast. Wiederkehrende Abläufe mit festem Auslöser gehören ohnehin in einen Workflow, wie ihn der n8n-Ratgeber mit Freigabe aufbaut. Ein Gespräch mit der KI ist kein Betriebsablauf.

Ein Skill ist Text, kein Zugang. Er sagt Claude, wie ein Wochenbericht aufgebaut sein soll und welche Zahlen vorher zu prüfen sind. Die Daten dafür holt der Server. Anthropic beschreibt Skills als modulare Fähigkeiten, die Claude bei passender Aufgabe lädt. Das Dateiformat und die Rechtefragen dazu klärt der Ratgeber zu Claude Skills. Beide zusammen ergeben die sinnvolle Arbeitsteilung: Der Skill legt das Wie fest, der MCP-Server liefert das Womit.

Ein Plugin ist die Verpackung. In Claude Code bündelt es Skills, Agents, Hooks und MCP-Server als eine Einheit. Das spart dir Arbeit, wenn mehrere Kolleginnen dasselbe Setup brauchen. Für die erste Verbindung zu einem Dienst brauchst du kein Plugin.

Irrtümer, die im Team Zeit kosten#

„Server heißt Rechenzentrum.“ Das Wort beschreibt die Rolle im Protokoll. Der Dateisystem-Server, den Claude Desktop startet, läuft auf demselben Rechner wie die Anwendung.

„Verbunden heißt freigegeben.“ Ein Connector sieht nur, was dein Nutzer im Dienst sehen darf. Beim HubSpot-Connector für Claude bedeutet das: Eine Vertriebsmitarbeiterin sieht nur Pipeline-Daten zu Deals, die sie auch in HubSpot einsehen darf. Der umgekehrte Fehler ist häufiger. Wer die Verbindung mit einem Admin-Konto einrichtet, gibt Claude Admin-Reichweite. Verbinde dich deshalb mit dem Nutzer, der die Aufgabe tatsächlich erledigt; bei HubSpot gibt dafür ein Super Admin den Connector frei. Welche CRM-Rechte eine Übergabe an die KI braucht, steht im CRM-Ratgeber.

„Der Skill ersetzt die Verbindung.“ Eine Anleitung, die Daten aus HubSpot verlangt, scheitert, wenn kein Server dahinter hängt. Umgekehrt liefert ein Server ohne Skill Daten, aber keine einheitliche Auswertung.

„Mit MCP brauche ich keine Automatisierung mehr.“ Ein Gespräch eignet sich für Einzelfragen und Entwürfe. Alles, was jeden Morgen von selbst laufen soll, braucht einen festen Auslöser und eine Freigabestelle, und die liefert ein Workflow, nicht ein Server.

Wo du weitermachst#

Hast du ein CRM, zeigt der CRM-Vergleich, welche Hersteller-Wege es dort gibt. Für HubSpot, den Dienst aus dem Beispiel, fasst die HubSpot-Dienstseite Hersteller-Server und Community-Pakete nebeneinander zusammen. Wie du einen Hersteller-Server ohne eine Zeile Code in Claude verbindest, zeigt die Anleitung zum Einrichten; welche Verträge und Datenflüsse du vorher klärst, der Ratgeber zu Datenschutz bei MCP. Fang mit einer lesenden Frage an, etwa der Deal-Zusammenfassung vom Anfang, und lass Schreibzugriffe erst zu, wenn du weißt, was der Server mit ihnen tut.

Häufige Fragen

Wer hat MCP entwickelt?

Anthropic hat das Model Context Protocol am 25. November 2024 als offenen Standard vorgestellt, entwickelt von David Soria Parra und Justin Spahr-Summers. Heute unterstützen auch andere KI-Anwendungen wie ChatGPT, Visual Studio Code und Cursor das Protokoll.

Brauche ich Programmierkenntnisse, um einen MCP-Server zu nutzen?

Für einen fertigen Remote-Server nicht. In Claude trägst du unter Connectors einen Namen und die Adresse des Servers ein, wählst die Anmeldung und verbindest dich. Bei Team- und Enterprise-Tarifen legt vorher ein Owner oder eine Rolle mit dem passenden Recht den Connector an.

Ist ein Connector in Claude dasselbe wie ein MCP-Server?

Fast. Connector nennt Claude die Verbindung, die du in den Einstellungen anlegst. Ein benutzerdefinierter Connector zeigt auf einen Remote-MCP-Server. Der Server ist das Programm beim Anbieter, der Connector der Eintrag in Claude, der dorthin führt.

Ist Zapier ein MCP-Server?

Zapier betreibt einen, genannt Zapier MCP. Er verbindet MCP-Clients mit mehr als 9.000 Apps über dein Zapier-Konto. Zapier selbst bleibt ein Automatisierungsdienst; der MCP-Server ist nur sein Zugang für KI-Anwendungen.

Läuft ein MCP-Server immer auf meinem Rechner?

Nein. Lokale Server starten als Prozess auf deinem Gerät und sprechen über Stdio. Entfernte Server laufen beim Anbieter und sprechen über Streamable HTTP. Beide heißen MCP-Server, weil das Wort die Rolle meint und nicht den Ort.

Quellen (11)

Dieser Ratgeber ersetzt keine Rechts- oder Steuerberatung. Er wird mindestens einmal im Jahr geprüft; Fehler meldest du an redaktion@agentenwoche.de. So arbeitet die Redaktion.

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